5. Juli 2010

Von Menschen und Tieren


Menschen, die sich in jemanden verlieben, der über eine längere Zeit ausschließlich mit seinem Hund zusammengelebt hat, werden es schwer haben, denn sie werden nie den Stellenwert des haarigen Gefährten erreichen. Wenn jemand lieb und zärtlich mit dem bellenden Partner umgeht, reagieren Beobachter meist verzückt, obwohl das noch lange nicht heisst, dass er ihnen als Mensch die gleiche Aufmerksamkeit schenken wird. Meistens werden sie sogar übersehen, da sein ganzes Augenmerk dem Vierbeiner gilt. Manchmal werden Verehrer auch gleich vom eifersüchtigen Bello in die Flucht geschlagen, weil dieser weiterhin der uneingeschränkte Herrscher der heimischen Doppelbetthälfte bleiben möchte. In manchem Fällen kann das für beide Beteiligten auch ein Segen sein. Etwas besser ist es mit einer Katze, diese kann zwar auch fürchterlich eifersüchtig sein, ist aber ansonsten meistens selbständig unterwegs und hat oft mehr Interesse an Sofastoffen oder Mäusen, die sie stolz als Liebesbeweise nach Hause bringen.

Deswegen sollte man beim ersten Besuch in der Wohnung der neuen Flamme die Augen offen halten und genau schauen, welches Getier sich hier aufhält und wie es behandelt wird. Sind es Mücken und Hausstaubmilben, ist es ok. Bei Mehlwürmen, Fruchtfliegen und Kakerlaken sollten Sie sofort gehen, denn Sie sind nicht die Putzfrau, die hier offensichtlich gesucht wird. Hamster und ähnliches Kleintier bei Menschen ab 30 Jahren sind auch leicht bedenklich, da pubertär. Ein Trennungstier aus der gescheiterten Ehe oder das Tier des Kindes, das ab und zu zu Besuch ist, können toleriert werden. Abschreckend wird es aber bei Reptilien, die einmal im Monat mit dem linken Auge zwinkern, eine Mücke oder Maus verspeisen, aber ansonsten gefangen in ihrem Glaskäfig glücklich vor sich hinvegetieren. Auch tote Tiere, die ausgestopft in der Glasvitrine stehen oder in Steinen eingeschlossen neben archäologischen Büchern drapiert werden, sollten ein Warnsignal sein. Menschen mit solchen Vorlieben sind meisten nicht fähig ihre Emotionen zu zeigen, da sie innerlich versteinert sind. Auch sollten Sie den Spinnenzerhauer und Schneckenzertreter meiden, denn er ist ein Sadist.

Beobachten Sie also genau, wie ihr Gegenüber mit Tieren umgeht, aber verlieben Sie sich bloss nicht in jemanden, nur weil er besonders liebevoll mit seinem tierischen Weggefährten umgeht, Sie sind kein Tier.

Am besten suchen Sie sich aber jemanden, der Blumen mag, denn wer Blumen gut behandelt, wird auch Sie gut behandeln.